Der pädagogische Mehrwert der NOST

Der pädagogische Mehrwert der NOST

Viele Bereiche, wie die Umsetzung kompetenzorientierter Lehrpläne, Transparenz der Leistungsbeurteilung, Leistungsbeurteilungsverordnung und Individualisierung, gelten unabhängig von der Neuen Oberstufe. Durch die Maßnahmen der Neuen Oberstufe ist es möglich, dass der pädagogische Mehrwert verstärkt bei den Schüler/innen ankommt und ihren Lernprozess positiv unterstützt.

Die kompetenzorientierten Lehrpläne und die Individualisierung sind auf die kürzeren Beurteilungszeiträume (jeweils ein Semester) ausgerichtet. Die Schüler/innen müssen/können dadurch mehr Eigenverantwortung für ihren Lernerfolg übernehmen, werden in ihrer Motivation gestärkt, und ihre Entwicklung zu reifen Persönlichkeiten wird unterstützt.

Die individuelle Lernbegleitung bietet für die Schüler/innen bei Auftreten von Lernschwierigkeiten eine optimale Betreuung und Unterstützung. Sie bietet auch Unterstützung bei der persönlichen Planung von Semesterprüfungen.

Bei einem Nicht genügend/Nicht beurteilt im Semesterzeugnis erhält der Schüler/die Schülerin ein Beiblatt, in dem für ihn/sie nachvollziehbar dargestellt wird, in welchen Kompetenzbereichen noch nicht das Wesentliche überwiegend erfüllt wurde. Damit wird nicht nur für die Schüler/innen sondern auch für die Eltern klar, in welchen Bereichen noch „Nachholbedarf“ besteht. Sehr positiv und motivierend erweist sich auch, dass dem Schüler/der Schülerin gezeigt wird, was er/sie schon kann. Nur über die fehlenden Bereiche muss der Schüler/die Schülerin eine Semesterprüfung ablegen. Dadurch wird, im Gegensatz zur Wiederholungsprüfung, der Lernstoff klar ab- bzw. auch eingegrenzt. Hinzu kommt, dass durch die zweimalige (unter bestimmten Umständen auch dreimalige) Wiederholung der Semesterprüfung, im Gegensatz zu einer fehlenden Wiederholungsmöglichkeit der Wiederholungsprüfung, sehr viel Druck von den Schüler/innen genommen wird. Diese doch sehr entspannte Prüfungsatmosphäre führt zu besseren Prüfungsergebnissen und zu weniger Klassenwiederholungen. Ein weiterer Vorteil der semesterweisen Beurteilung liegt darin, dass der Schüler/die Schülerin ehestmöglich auf Lerndefizite in den wesentlichen Bereichen hingewiesen und er/sie frühzeitig angehalten wird, diese Defizite auszugleichen. Dadurch wird ein aufbauendes Lernen gefördert und zudem vermieden, dass sich über die Jahre Defizite anhäufen, die schlussendlich zu gravierenden Problemen bei der Reifeprüfung führen können.

Sollte doch eine Klasse wiederholt werden müssen, so besteht „Besserungsgebot“. Gegenstände, die bereits positiv abgeschlossen wurden, können „entspannt“ besucht werden. Es besteht sogar die Möglichkeit der Befreiung von einzelnen Gegenständen durch die Schulleitung, damit schulische Lernangebote genutzt werden können. Der Schüler/die Schülerin kann den Fokus auf jene Gegenstände richten, in denen noch Defizite bestehen. Auch das ist für die Schüler/innen sehr motivierend.

Ein Nicht beurteilt bedeutet nicht wie bisher eine Klassenwiederholung, sondern es gelten dieselben Regelungen wie bei einem Nicht genügend.

Für besonders begabte Schüler/innen wurde die Begabungsförderung ausgebaut. Im Rahmen einer Semesterprüfung am Beginn eines Semesters, können Schüler/innen bereits die erforderlichen Kompetenzen nachweisen. Somit bleibt auch hier während des Semesters mehr Zeit und Energie an seinen Defiziten zu arbeiten. Es gibt also für lernschwache, wie auch besonders begabte Schüler/innen entsprechende Unterstützungsmaßnahmen.

Mag. Eva Ponsold

Wirtschaftskundliches Bundesrealgymnasium Graz