Literaturprojekt der 6AB: „Schmalzige Texte zum Zeitgeist“

Literaturprojekt der 6AB: „Schmalzige Texte zum Zeitgeist“

Autorenbegegnung mit Ferdinand Schmalz am WIKU

Nach der gewaltigen „Schlammland-Theateraufführung“ am Schauspielhaus durften wir vor kurzem den Autor des Stückes selbst, den Bachmann- und Nestroypreisträger Ferdinand Schmalz, zu einer Lesung und Diskussion im WIKU begrüßen.

Wir waren auf seine „Sauna fürs Gehirn“-Texte ja gut vorbereitet, aber er hat unsere Erwartungen mit seiner einnehmenden Authentizität und Wortakrobatik weit übertroffen. Mit seiner bodenständigen, offenen Art unsere Fragen zu beantworten, hat er uns eine „eingefettete Rutsche“ von seinen Texten zu unserer Erfahrungswelt mit moderner Theaterliteratur gelegt und in uns eine (Schlamm)lawine von Kommentaren ausgelöst:

  • „Sein Ausspruch, „Ich weiß nicht, wie man schreibt, ich schreib einfach“, kommt mir sehr bekannt vor, netter Typ!“ – (Leo und Maxi)
  • Man soll nicht aufgeben, egal wie dumm man sich am Anfang vorkommt, sondern weiterschreiben und verbessern, bis man zufrieden ist. (Leonie T.)
  • „Sehr interessant ist es, über das Schreiben aus der Sicht eines Autors zu hören: Das Schreiben hat wohl etwas mit harter Arbeit zu tun und „flutscht“ nicht so einfach und schmalzig aus einem heraus. Ferdinand Schmalz wirkt sehr sympathisch und am Boden geblieben.“ (Bene)
  • „Bei einigen Textpassagen wackeln einem ganz schön die Ohren, es ist beeindruckend und manchmal etwas verstörend, wie viel Emotionen Wortwahl und Metaphern erzeugen können.“ (Lorenz)
  • „Wenn Ferdinand Schmalz Stücke für das Theater schreibt, kann er mitentscheiden, wie das Stück inszeniert werden soll – einmal haben sie sein Stück so gekürzt, dass für ihn wichtige Passagen gefehlt haben, das kann passieren – manche Regieeinfälle findet er albern – aber verboten hat er noch keines seiner Stückbearbeitungen.“ (Elsa)
  • „Modernes Theater heißt nicht, still dazusitzen, ein langweiliges Stück anzusehen und sich berieseln zu lassen…da heißt es: >Anschnallen bitte!<“ (Jeanette)
  • „Toll, dass er uns seinen Bachmann-Siegertext vorgelesen hat. Ich habe nach der intensiven Schlammlandrezeption sogar ein bisschen den Schmalz-Stil wiedererkannt.“ (Lea)
  • „- Lesen eröffnet neue Welten -, hat er uns als Tipp mitgegeben, und mit „Schlammland“ haben wir wirklich eine neue Welt entdeckt!“ (Leonie I.)
  • „Gut im Schulfach Deutsch zu sein oder Deutsch studiert zu haben, hat nichts damit zu tun, wie gut man Literatur schreibt.“ (Simone)
  • „>Aus Scheiße wird Gold gemacht< oder >Wir versuchen, alles zu konservieren, obwohl wir das nicht können< oder zum Thema „Jedermann stirbt“ …>heutzutage ist wichtig, schnell zu sterben und nicht zu leiden< – eine schmalzige Kost!“ (Kathi)
  • Egal, ob negative oder positive Gefühle, ein Theaterstück oder ein Text muss einen überraschen und zum Nachdenken anregen. (Merle)
  • „Manche Textstellen habe mich ganz schön schockiert…ich soll sie hier nicht zitieren, hat mir BR geraten.“ (Paul)
  • „Texte auf herkömmliche Weise zu schreiben, regt einen nicht so auf und auch nicht so zum Nachdenken an wie manche Schmalz-Metapher.“ (Rozana)
  • „Beim Lesen von Schmalz-Texten bekommt man Hunger auf kalorienreiches Essen und mehr von ihm!“ (Margit)
  • „Wenn Schmalz einen neuen Text schreibt, sind seine Wände voll mit Zetteln, eine sicher inspirierende Wohnungsdeko!“ (Martin)
  • „Ich hab seine Aussage >Aus Scheiße kann auch Gold werden< auf Beispiele aus seiner teilweise nicht so erfolgreichen Schulzeit bezogen – besonders für SchülerInnen sehr ermutigend, finde ich.“ (Anna H.)
  • „Früher hat FS am Schwarzmarkt gefälschte Facebook-Accounts verkauft, hat er erzählt, man erkennt durchwegs die Freude am Wechseln der Identitäten bei Schmalz/Schweiger!“ (Ludwig)
  • „Aus „Geschwindigkeitsgründen“ verzichtet Schmalz auf die Großschreibung – jeder Autor hat seine eigene Sprache und Art zu schreiben – man sollte aber verschiedene Arten zu schreiben beherrschen, wie man verschiedene Sprachen beherrscht. (Bruno)
  • „Der sehr bodenständig und sympathisch wirkende Bachmannpreisträger hatte selbst auf die schmalzigsten Fragen der 6AB-SchülerInnen eine ehrliche und deftige Antwort parat. TOP!“ (Alex)
  • „Man braucht kein Deutsch-Profi zu sein, um sein Publikum mitzureißen wie eine Schlammlawine!“ (Magda)
  • „Wir werden wohl hoffentlich bald wieder Neues von Schmalz lesen, denn er hat ja erzählt, dass man ihn von seinen fertigen Stücken fernhalten muss, denn er sei nie zufrieden und habe immer neue Ideen. Auf die sind wir gespannt! (Anja)

Mit den Schreibtipps von Ferdinand Schmalz nicht nur gerüstet, sondern regelrecht „eingeschmalzt“, werden sich die 6A und 6B nun an die Textproduktion (Arbeitstitel: Schlammland WIKU?) machen. Man darf gespannt sein! (6AB/BR/ZAP)

Wirtschaftskundliches Bundesrealgymnasium Graz