Happy Presidency!

Happy Presidency!

Österreichs Ratspräsidentschaft begann mit den 6. Klassen des WIKU live vor Ort in Brüssel – ein krönender Abschluss des Jahresprojektes „Europa für ALLE für Europa“

Happy Presidency! Europa für ALLE für Europa

Das Jahresthema als Projekt der 6. Klassen am WIKU BRG Graz 2017/18

 

Nur allzu oft ist uns viel zu wenig bewusst, dass wir alle in irgendeiner Weise von der Europäischen Union, dieser außergewöhnlichen Errungenschaft eines gemeinsamen Europa und dem größten Friedensprojekt seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges, profitieren, denn „die da in Brüssel“ vertreten unser aller Interessen auf EU-Ebene.

Da der Lehrplan eines WIKU BRG in der 6. Klasse die intensive Auseinandersetzung mit Europa und der Europäischen Union ohnehin vorschreibt und Österreich am 1.7.2018 die Ratspräsidentschaft übernehmen sollte, war die Ermutigung unter den Lehrenden groß, den Blick der Schülerinnen und Schüler auf dieses Themenfeld zu schärfen und den Horizont entsprechend zu erweitern. Ziel war es, künftige Aussagen auf ein besseres Verständnis und fundierteres Hintergrundwissen zu stützen und trotz aller Kritik auch die unzähligen, positiven Aspekte eines gemeinsamen Europa aufzuzeigen. Das in einer Blitzbefragung unter den Schülerinnen und Schülern deutlich bekundete Interesse an einer Auseinandersetzung mit der Europäischen Union, ihren Institutionen und deren Aufgaben bestärkte die Lehrkräfte schließlich zu einem klassenübergreifenden Jahrgangsprojekt. Neben der thematischen Einbettung in den Alltagsunterricht aller Fächer basierte dies auf drei vertiefenden Schwerpunkten:

  • Projekttage „Europa für ALLE für Europa“(4. und 5. April 2018)
  • Besuch und Vortrag von Vertreter.inne.n von Europe Direct – dem Informationszentrum des Landes Steiermark an unserer Schule (28. Juni 2018)
  • Kurztrip nach Brüssel: Besuch der EU-Hauptstadt und einiger Institutionen (30. Juni bis 4. Juli 2018)

 

Als krönenden Abschluss durften wir zu Schulschluss schließlich Brüssel besuchen.

Happy Presidency!

15 Stunden Busfahrt – das mag zwar lange klingen, aber geht es zur EU-Hauptstadt Brüssel, lohnt es sich, diesen langen Weg auf sich zu nehmen. Außerdem lässt sich die Reisezeit gut durch Gesellschaftsspiele, bereichernde Gespräche mit den Sitznachbarn und Lehrpersonen und etwas Schlaf überbrücken. Die Betten in der Jugendherberge „Auberge de Jeunesse“ boten allerdings bessere Schlafmöglichkeiten. So angenehm wie die Betten war die Atmosphäre beim gemeinsamen Frühstück und Abendessen. Die einfachen, aber guten Mahlzeiten gaben uns Kraft für die Ausflüge zu den Sehenswürdigkeiten in die Altstadt und zu den EU-Institutionen.

Die Hop-On-Hop-Off-Touren am 1. Juli, an dem auch die Ratspräsidentschaft Österreichs begann, boten uns einen ersten Überblick über die Stadt Brüssel, ihre Wahrzeichen und die dortigen Einrichtungen der Europäischen Union. Besonders gefielen uns die Häuser der Altstadt, das Atomium und das Europagebäude.

Am nächsten Tag hatten wir die Gelegenheit, einen Einblick in die Arbeit des Europäischen Parlaments in Brüssel zu bekommen. Herr Sutter berichtete uns vom Alltag im Parlament und beantwortete uns im Plenarsaal unsere Fragen. Anschließend lud er uns im Namen von Herrn MEP Dr. Othmar Karas im Parlamentarium zu einem „Sandwich-Lunch“ ein. Dort besuchten wir eine Ausstellung und erfuhren durch interaktive Audio-Guides mehr über die Geschichte und Arbeit der EU und konnten unser bereits vorhandenes Wissen vertiefen. Leider war die Zeit zu knapp, um alles genau zu besichtigen und lesen zu können. An diesem Nachmittag hatten wir danach genügend Zeit, um uns die Altstadt genauer anzusehen, unsere Französisch-Kenntnisse auf die Probe zu stellen und den Alltag in Brüssel zu beobachten und zu erleben.

Am letzten Tag unseres Brüssel-Aufenthaltes hatten wir die Chance die „Ständige Vertretung Österreichs bei der Europäischen Union“ zu erkunden. Bei einem interessanten Vortrag von Frau Mag. Dondi wurden uns die Aufgaben dieser Institution nähergebracht und die besonderen Herausforderungen für die Vertretung während der österreichischen Ratspräsidentschaft erklärt.

In einer langen Mittagspause, die wir nutzten, um Brüssel zu erkunden und weitere Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, fanden wir besonderes Interesse an der beeindruckenden „Cathédrale St. Michel et Gudule“. Ihre Architektur und ihre wunderschönen und detailreichen Glasfenster waren für uns das absolute Highlight der Kathedrale.

Unser letzter Programmpunkt war ein Besuch im Verbindungsbüro des Landes Steiermark. Dank dem informationsreichen Vortrag der ehemaligen WIKU-Schülerin Frau Hofrätin Dr. Roswitha Preininger konnten wir die Zusammenarbeit zwischen der Steiermark und Brüssel kennen lernen. Zusätzlich wurde uns der Arbeitsalltag der Praktikantinnen und Praktikanten in politischen Einrichtungen in Brüssel durch Herrn Max Wusche, der dort sein Praktikum absolviert, vorgestellt. Während dieser Stunde wurde das Interesse, selbst einmal in Brüssel zu arbeiten, in uns geweckt und die letzten offenen Fragen beantwortet. Doch leider mussten wir uns schon von Brüssel verabschieden und uns wieder auf den Weg nach Österreich begeben.

Obwohl der Aufenthalt in Brüssel nur sehr kurz war, konnten wir viele Eindrücke von der Arbeit der Europäischen Union sammeln und die Stadt so wie das Leben ihrer Einwohnerinnen und Einwohner gut kennenlernen. Uns wurde nochmals klar, wie wichtig die EU für ihre Mitgliedsstaaten ist und dass wir die zahlreichen Chancen, die sie uns bietet, nicht als selbstverständlich betrachten sollten.

 

Paul Rossacher, Noah Rostek, Jacob Schimpl 6.c-Klasse; Fotodokumentation: Sieghild Oberwinkler

 

 Danke – Thank you – Merci beaucoup … und ein Ausblick

Am Ende dieses intensiven Projektes darf behauptet werden, dass nicht nur viele Erkenntnisse über eine große, bunte Gemeinschaft gewonnen wurden, sondern dass dies ohne den Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung einer kleinen Gemeinschaft an höchst engagierten Menschen wohl kaum hätte erreicht werden können. Daher sei an dieser Stelle allen, die zum Gelingen dieser schulischen Schwerpunktsetzung so erfolgreich beigetragen haben, sehr herzlich gedankt:

 

… dem Land Steiermark für die finanzielle Unterstützung unseres Europa-Projekts

… der Abteilung „Europe direct“ für die motivierenden Vorträge und Terminkoordinierung in Brüssel

… dem Team von MEP Dr. Othmar Karas für die Führung im EU-Parlament mit anschließendem Lunch

… der Ständigen Vertretung Österreichs für den interessanten Einblick in die Arbeit des Lobbyings

… dem Team vom Steiermark-Haus in Brüssel für den herzlichen Empfang in „unserer“ EU-Botschaft

… den Lehrenden am WIKU BRG für die Vielfalt an Inhalten und ihr Engagement bei den Workshops

… den Klassenvorständinnen für ihr Durchhaltevermögen bei Organisation und Projektabwicklung

… den Eltern unserer Schülerinnen und Schüler für die Ermöglichung unserer Brüssel-Reise

… den Schülerinnen und Schülern für ihre Begeisterung und Bereitschaft, sich aktiv einzubringen

 

Möge dieser Esprit und Elan auch über die Ratspräsidentschaft Österreichs hinaus anhalten, so wie die Erkenntnis der Alltagstauglichkeit des Projekttitels: Europa für ALLE für Europa!

Wirtschaftskundliches Bundesrealgymnasium Graz